Wetter & Kleidung

Was man in Lappland anzieht: Schichten, Schuhe und Verleihe in Rovaniemi

Wie man sich im lappländischen Winter kleidet, um nicht zu frieren, was im Koffer nicht fehlen darf und wo man in Rovaniemi eine komplette arktische Ausrüstung leihen kann, wenn man sie nicht kaufen möchte.

Winterkleidung

„Was soll ich mitnehmen, damit ich in Lappland nicht erfriere?“ Diese Frage bekommen wir von euch am häufigsten. Im Januar und Februar fallen die Temperaturen hier gern tief unter −20 °C. Mit der richtigen Kleidung könnt ihr den arktischen Winter aber genießen – ob beim Spaziergang durch Rovaniemi oder bei einem Abend draußen, an dem ihr auf Polarlichter wartet.

In diesem Artikel gehen wir Schicht für Schicht durch, was ihr einpacken solltet, was ihr nicht vergessen dürft und wie ihr das Ganze dank der Verleihe direkt in Rovaniemi günstiger lösen könnt.

1Das Zwiebelprinzip

Eine dicke Jacke reicht nicht. Warm halten euch mehrere dünnere Schichten, zwischen denen Luft bleibt, und jede hat ihre eigene Aufgabe. Die untere leitet Feuchtigkeit vom Körper weg, die mittlere hält die Wärme und die äußere schützt vor Wind und Schnee.

Schichten haben auch einen praktischen Vorteil: Wenn ihr in ein geheiztes Café oder einen Bus kommt, könnt ihr leicht etwas ausziehen und kommt nicht ins Schwitzen. Schweiß ist bei Frost der größte Feind, denn nasse Kleidung wärmt nicht mehr.

2Untere Schicht: Wärme von innen

Die Basis ist Thermounterwäsche aus Merinowolle oder aus funktionellem Synthetikmaterial, das Feuchtigkeit ableitet. Direkt am Körper sollte das Beste sein, was ihr habt.

  • Langärmeliges Thermoshirt – idealerweise Merino, das auch leicht feucht noch wärmt und nicht riecht.
  • Thermoleggings – gehören immer unter die Winterhose, auch wenn es draußen „nur“ −10 °C zu haben scheint.
  • Keine Baumwolle am Körper – sie saugt Feuchtigkeit auf, trocknet lange und macht kalt. Das Baumwoll-T-Shirt unter der Thermoschicht lasst ihr also lieber zu Hause.

3Mittlere Schicht: die Wärme halten

Über die Thermowäsche zieht ihr einen warmen Fleecepullover oder einen Wollpullover. Diese Schicht leistet die Hauptarbeit bei der Isolierung und lässt sich je nach Wetter ergänzen oder weglassen.

An wirklich kalten Tagen lohnt sich noch eine zusätzliche Isolationsschicht, etwa eine dünne Daunen- oder Kunstfaserweste bzw. -jacke. Den Unterschied merkt ihr vor allem bei Aktivitäten, bei denen ihr euch kaum bewegt, zum Beispiel bei einer Schlittenfahrt oder beim Warten auf Polarlichter.

4Äußere Schicht: Schutz vor dem arktischen Wetter

Die Oberbekleidung soll euch vor Wind, Schnee und Frost schützen. Wind kann die gefühlte Temperatur um viele Grad senken, deshalb ist Winddichtigkeit hier wichtiger, als man vielleicht denkt.

  • Warme, gefütterte Winterjacke – lang genug, um auch den unteren Rücken zu bedecken, mit Kapuze.
  • Gefütterte Winterhose – eine klassische Skihose ist eine gute Basis, für längere Zeit im Freien eignet sich eine wärmere.
  • Wind- und wasserdichte Oberfläche – Schnee wird auf euch fallen und ihr werdet euch darin wälzen, die Kleidung sollte also nicht durchnässen.

5Accessoires: Hier geht die meiste Wärme verloren

Kopf, Hände, Füße und Hals sind die Stellen, an denen euch zuerst kalt wird. Spart deshalb nicht an Accessoires – oft entscheiden sie darüber, ob ihr den Ausflug genießt oder nach einer halben Stunde ins Warme flüchtet.

  • Warme Mütze, die die Ohren bedeckt – Ohren erfrieren sehr schnell.
  • Gefütterte Handschuhe oder Fäustlinge – Fäustlinge wärmen besser, weil sich die Finger gegenseitig wärmen. Bewährt hat sich bei uns, darunter noch dünne Fingerhandschuhe zu tragen, mit denen man zum Beispiel fotografieren kann.
  • Dicke Wollsocken – ein Paar gute ist besser als zwei Paar übereinander.
  • Schal oder Schlauchschal – schützt den Hals und lässt sich über Kinn und Nase ziehen.
  • Sturmhaube (Balaclava) – für starken Frost oder Wind, etwa auf dem Schneemobil.
Packt Ersatzhandschuhe und -socken in den Rucksack. Wenn sie beim Spielen im Schnee feucht werden, rettet euch ein trockenes Paar zum Wechseln den Rest des Tages.

6Winterschuhe: das Wichtigste

Kalte Füße können selbst den besten Ausflug verderben. Wählt gefütterte Winterschuhe mit einer guten Sohle, die auf Schnee und Eis Halt gibt. Die Gehwege in Rovaniemi sind oft glatt, und normale Stadtschuhe bewähren sich hier nicht.

Kauft oder leiht keine zu engen Schuhe! Die Zehen brauchen im Schuh etwas Platz, damit das Blut zirkulieren kann und zwischen den Schichten isolierende Luft bleibt. Probiert Schuhe gleich mit einer dicken Wollsocke an.

Und noch etwas zur Sicherheit: Wenn eure Zehen oder Finger zu kribbeln oder zu schmerzen beginnen oder ihr sie nicht mehr spürt, wartet nicht und geht euch aufwärmen. Dasselbe gilt für weißliche Flecken im Gesicht oder auf der Nase – das sind die ersten Anzeichen von Erfrierungen. Zugefrorene Flüsse und Seen betretet nur mit einem Guide oder dort, wo es ausdrücklich sicher ist.

7Nicht kaufen? Dann leihen

Wenn ihr nur für ein paar Tage nach Lappland fahrt, müsst ihr dafür keine teure Winterausrüstung kaufen, die ihr zu Hause vielleicht nie wieder braucht. In Rovaniemi gibt es Verleihe, die komplette arktische Sets anbieten. Meist enthalten sie Jacke, Hose, Winterschuhe und Fäustlinge.

Winterent

Verleih für Winterkleidung ab 39 € pro Tag. Ihr findet ihn unter der Adresse Jaakonkatu 3, Rovaniemi (auf der Karte anzeigen), Website: winterent.com.

Rovaniemi Insider

Verleih für Winterkleidung ab 35 € pro Tag. Er befindet sich unter der Adresse Korkalonkatu 36, Rovaniemi (auf der Karte anzeigen), Website: rovaniemiinsider.com.

Beide Verleihe liegen im Zentrum von Rovaniemi, sodass ihr sie leicht zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht (mehr dazu im Artikel Unterwegs in Rovaniemi). Prüft vor der Reise auf ihrer Website, was genau im Set enthalten ist, sowie die aktuellen Preise und Öffnungszeiten. In der Saison lohnt es sich, im Voraus zu reservieren.

Auch wenn ihr die Ausrüstung leiht, bringt Thermowäsche, Wollsocken und Mütze selbst mit. Am Körper wollt ihr eure eigenen Sachen tragen, und sie sind gleich nach der Ankunft nützlich, noch bevor ihr zum Verleih kommt.

8Praktische Infos

  • Wann es am kältesten ist: Im Januar und Februar fallen die Temperaturen regelmäßig tief unter −20 °C.
  • Schichten: Thermowäsche (Merino oder Synthetik) → Fleece oder Wolle → gefütterte, wind- und wasserdichte Jacke und Hose.
  • Keine Baumwolle am Körper: Sie saugt Schweiß auf und macht kalt.
  • Accessoires: Mütze über die Ohren, Fäustlinge oder gefütterte Handschuhe, Wollsocken, Schal oder Schlauchschal, Sturmhaube gegen Wind.
  • Schuhe: gefüttert, mit guter Sohle für Eis, nicht zu eng.
  • Verleihe in Rovaniemi: Winterent (Jaakonkatu 3, ab 39 €/Tag) und Rovaniemi Insider (Korkalonkatu 36, ab 35 €/Tag). Inhalt des Sets und Öffnungszeiten vorher prüfen.
  • In den Rucksack: Ersatzhandschuhe und -socken, Thermoskanne mit warmem Getränk.
  • Sicherheit: Bei Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Fingern und weißen Flecken im Gesicht aufwärmen gehen. Eis nur mit Guide betreten.

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